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Warum agile Führung immer wieder scheitert

warum agile führung immer wieder scheitert

Inhaltsverzeichnis

Wir hören es überall: Agilität. Erstmal ein Modewort mit toller Aussage – wenn es denn funktionieren würde. Aber was heißt agile Führung überhaupt und wieso scheitern wir immer wieder daran?

Durch die zunehmende Komplexität und Schnelllebigkeit in unserer Welt entstehen mangelnde Planbarkeit und Unsicherheit. Damit müssen wir uns auseinandersetzen. Denn wir können nicht mehr langfristig vorausplanen, ohne dass uns die rasante Entwicklung in den Märkten abhängen würde. Das bedeutet: Wir müssen Führung neu denken. Hier kommen agile Führungsmethoden ins Spiel.

Agile Führung beziehungsweise die Agilität soll Teams helfen, sich blitzschnell Veränderungen anzupassen. Wer möchte nicht in einem agilen Team arbeiten, in dem jeder dem anderen den Ball zuspielt? In dem jeder für ein gemeinsames Ziel seine Stärken einbringt und gleichzeitig die Schwächen der anderen ausgleicht? Hört sich toll an, aber – seien wir ehrlich – funktioniert es?

Keine agile Führung ohne Selbstfunktionalität

Lassen Sie mich das Problem der agilen Führung an folgendem Beispiel verdeutlichen:

Stellen Sie sich ein Team aus sechs Personen vor, die zusammen agil arbeiten sollen. Dann verändert sich blitzschnell etwas auf dem Markt und das Team muss sich nun genauso schnell anpassen. Wie? Alle sechs Teammitglieder müssen über sich selbst hinausdenken können, um gemeinsam einem Ziel zu dienen.

Nun die Frage an Sie: Wie viele Menschen kennen Sie, die in der Lage sind, über sich selbst hinauszudenken? Die nicht damit beschäftigt sind, sich selbst zu bestätigen, Recht zu haben und andere ins Unrecht zu setzen, um ihre Daseinsberechtigung zu untermauern?

Nehmen wir nun an, dass in diesem Team tatsächlich vier Personen mit weit entwickelter Selbstfunktionalität sind. Sie haben ein hohes Niveau der Selbstführung und können über sich selbst hinausdenken. Ihr Ziel ist es, dass das ganze Team performt und Ergebnisse erzielt. Vier von sechs Mitgliedern ist eine hoch gegriffene Zahl – doch es bleiben immer noch zwei Teammitglieder, die so sehr mit sich selbst beschäftigt sind, dass sie keine Prioritäten setzen können und andere dafür verantwortlich machen, dass sie nicht weiterkommen. Sie sind in sich selbst gefangen. Allein aus diesem Grund, kann das Team nicht agil zusammenarbeiten. Deshalb scheitert das Konzept von Agilität und agiler Führung häufig in der Praxis. Das zeigt uns auch unsere Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Unternehmen.

Unser Weg zur Agilität

Engagement = Ziele x Selbstvertrauen

Kompetenz = Wissen x Erfahrung

Im Grundl Leadership Institut arbeiten wir mit den vier Stufen der Selbstfunktionalität:

1. Stufe: Hohes Engagement, wenig Kompetenz

Stellen Sie sich den Anfang einer Beziehung vor. Sie sind frisch verliebt und geben sich enorm viel Mühe, wollen als Team auftreten – komme was wolle. Für die kleinen Macken Ihres Partners haben Sie aber keine Aufmerksamkeit. Diese fallen Ihnen gar nicht auf.

2. Stufe: Weniger Engagement, mehr Kompetenz

Sie ziehen vielleicht zusammen, so langsam werden Ihnen die Fehler des anderen bewusst. Das Engagement nimmt ab, denn Sie stellen fest: Ihr Partner ist nicht perfekt und hat ein paar Eigenheiten, mit denen Sie vielleicht nicht immer ganz einverstanden sind.

3. Stufe: Wenig Engagement, hohe Kompetenz

In dieser Phase ist Ihnen absolut bewusst, welchen Preis Sie zahlen. In Beziehungen ist das eine heikle Phase, in der sich entscheidet, ob man durch diesen Flaschenhals gehen kann oder nicht. Ihr Engagement ist an dieser Stelle deutlich gesunken und die Schmetterlinge aus Phase 1 sind nicht mehr da. Hier entscheidet sich, ob Sie mit Ihrem Partner harmonieren. Hier entscheidet sich: Team oder kein Team.

4. Stufe: Hohes Engagement, hohe Kompetenz

Sie sind durch den Flaschenhals gegangen, haben den Preis gezahlt und haben die Stufe der Selbstfunktionalität erreicht. Sie wissen an dieser Stelle, dass sich ihr Engagement lohnt, trotz der Gewohnheiten Ihres Partners. Entsprechend bleibt Ihr Engagement hoch, obwohl Sie gleichzeitig eine hohe Kompetenzstufe erreicht haben.

Menschen, die sich selbst auf hohem Niveau in Engagement und Kompetenz führen können, sind selbstfunktional. Haben Sie diese Stufe erreicht, können Sie sich und andere mit agiler Führung durch die vier Phasen bringen.

Das Gleiche gilt für Teams: Wenn Teams über viel Kapazität in der vierten Stufe verfügen, dann können sie nur agil funktionieren, wenn sie die restlichen Mitglieder zur Selbstfunktionalität führen.

Ich bitte Sie darum, sich in der nächsten Zeit einmal Folgendes zu fragen: Wo ist Ihr Engagement extrem hoch, aber die Kompetenz noch nicht ausgereift? Beobachten Sie einmal, wo diese Komponenten in Ihrem Leben zusammenwirken.

Werden Sie selbstfunktional. Lernen Sie, andere zur Selbstfunktionalität zu führen. Nur so können Sie agil im Team zusammenarbeiten – und agile Führungsmethoden anwenden. Nur so werden Sie die Besten, die Sie sein können. Das wünsche ich Ihnen.

Ihr Boris Grundl

[4phasenderagilenfuehrung]

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