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Vom Wert des Selbstwerts

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Inhaltsverzeichnis

Das perfekte Morgenmeeting: Alle sind top vorbereitet und pünktlich. Nicht nur anwesend, sondern geistig präsent. Jeder kennt seine Rolle und Aufgabe. Konzentration und Vorfreude durchströmen den Raum. Bei Konflikten behalten saubere Argumente die Oberhand. Kaum eitelkeitsgeschwängertes Gequatsche. Jeder dient dem übergeordneten Ziel. Starke Persönlichkeiten akzeptieren Kritik ohne Groll. Jeder erkennt überzeugende Vorschläge anderer an. Eitelkeiten, Ausreden und Selbstdarstellungen spielen keine Rolle.

Ein Traum? So auf die Art „I have a dream“ von Martin Luther King? Ja, denn sicher kennen Sie Meetings mit gegenläufiger Dynamik. Emotional aufgeblasene Ausrede-Arien vertreiben das Ringen um kraftvolle Ideen. Das Einzelmotiv Rechthaberei dominiert das Gruppenmotiv der besten Lösung. Schließlich sind mehr Lustlosigkeit und Verantwortungsverweigerung im Raum als Inspiration und Zukunftsfreude. Keine Sorge. Dieses Trauma teilen viele. Doch warum kommt das noch so oft vor?

Meetingkulturen spiegeln oft Unternehmenskulturen

„Menschen sind halt so“, höre ich voll Resignation in Führungsseminaren: „Da kann man nichts machen.“ Dieses Schulterzucken ist ganz schön heftig angesichts dieser Verschwendung von Zeit, Energie und Geld. Ich bin da anderer Meinung. Es gibt eine Brücke zwischen beiden Extremen. Wenn man versteht, welche Motive eine Zusammenkunft zum Affenmeeting machen, kann man sie beseitigen. Ja, sogar transformieren.

Meetingkulturen spiegeln oft Unternehmenskulturen. Schauen Sie sich die Typen an, die herumbrüllen, sich auf die Brust trommeln und die Zähne fletschen: Dominanz durch Aggressivität. Oder andere, die süffisant stichelnd besserwisserisch Unfrieden stiften. Sie laufen besonders zur Hochform auf, wenn Dinge schief gelaufen sind. „Hätte man mich mal gefragt“, tönt dann ihre Lieblingsselbstbeweihräucherung. Diese und viele andere lähmende Verhaltensweisen entspringen einer gemeinsame Quelle: mangelndem Selbstwertgefühl.

Sechs Säulen des Selbstwertgefühls

Der Wert, den ich mir selbst beimesse, ist idealerweise stabil und von einer gesunden Einschätzung der eigenen Möglichkeiten und Grenzen getragen. Wer um seinen tatsächlichen Wert weiß und ihn anerkennt, kann über sich selbst hinausdenken und Größerem dienen. Ohne Angst, dabei auf der Strecke zu bleiben. Sogar beißende Kritik ist dann keine Selbstwertnagelprobe mehr. Deshalb nannte Nathaniel Branden das Selbstwertgefühl „das Immunsystem des Bewusstseins“ und beschrieb sechs Säulen, auf denen es fußt:

  1. bewusst leben
  2. sich selbst annehmen
  3. eigenverantwortlich leben
  4. sich selbstsicher behaupten
  5. zielgerichtet leben
  6. persönliche Integrität besitzen

Logisch einleuchtend zwar, aber sicher alles andere, als einfach zu leben. Menschen, die diese Säulen mangelhaft entwickelt haben, kompensieren diesen innerlichen Mangel auf vielfache Weise. Dominanz kann förderlich oder hinderlich sein. Wird Dominanz zum Zwang, spielt sicher Minderwert mit. Das gilt auch für Aktivität (Aktionismus), Passivität (Vermeidungsverhalten) oder überzogenen Ehrgeiz. Wer das Misslingen anderer genießt, fühlt sich kurzzeitig größer als die Gescheiterten. Jetzt kennen Sie den Grund. Er kompensiert seinen gefühlten Minderwert.

Fragen Sie sich: Wann und was kompensiere ich?

Spätestens jetzt wird klar, dass wir alle gelegentlich in diese Selbstwertfalle tappen. Bevor Sie jetzt die Kompensationsmechanismen anderer aufdecken, beginnen Sie doch einfach mal bei sich selbst. Ja, das ist schwieriger. Aber zugleich viel wirkungsvoller, als das Durchleuchten anderer. Dies ist übrigens eine typische Coach-Krankheit: Defizite anderer bearbeiten, die einen selber plagen. Handeln Sie klüger. Fragen Sie sich in ruhigen Stunden immer mal wieder: Wann kompensiere ich mit welchem Verhalten? Und was kompensiere ich? Wie kann ich mich daraus befreien? Anschließend genießen Sie Ihren steigenden Selbstwert und die wachsende positive Wirkung auf andere. Was für ein befreiendes Geschenk.

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Bildquelle: © joemurphy Pixabay

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