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Übergang meistern: von instabilen zu stabilen Zuständen in der Organisation

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Inhaltsverzeichnis

Was wir von der Natur lernen können: das Prinzip der Zugvögel

Haben Sie schon einmal Zugvögel bei ihrer Reise Richtung Süden beobachtet? Und haben Sie sich dabei auch schon gefragt, warum zum Beispiel Wildgänse sich immer in einer gemeinsamen V-Formation auf die ungewisse Reise ins Sommerquartier machen?

Die Antwort lautet, dass jeder Vogel mit seinem Flügelschlag einen Luftwirbel erzeugt, der das jeweils folgende Tier nicht nur vor Gegenwind schützt, sondern zudem Auftrieb für die anderen Vögel erzeugt. Durch diese Verminderung des Luftwiderstandes sind Gänse in dieser Formation bis zu 70 Prozent leistungsfähiger, als wenn sie sich alleine auf den Weg machen.

Steigern Sie die Leistungsfähigkeit Ihrer Organisation durch stabile Strukturen

Nur die Leitgans spürt den vollen Gegenwind. Das ist der Grund, warum sie nach einiger Zeit an der Spitze unter lautstarkem „Beifall“ der übrigen Formationsmitglieder ihre Position verlässt, um sich an hinterer Stelle wieder einzugliedern. Eine andere Gans übernimmt nun automatisch die Führung.

Verlässt ein Tier die Formation oder wird diese von außen gestört, kehren alle Mitglieder schnellstmöglich wieder in die Ursprungsordnung zurück, um weiterhin die Vorteile des Aufwindes zu nutzen. Dieses Naturphänomen zeigt eindrucksvoll, dass alle Systeme – so auch Organisationen – stets bestrebt sind, nach einer Phase des Übergangs schnell wieder stabile Zustände, sogenannte Ordnungsmuster, zu erreichen.

Der Weg zu erfolgreichen stabilen Strukturen führt durch die Instabilität

Der Organisationspsychologe Prof. Dr. Peter Kruse nennt dieses Phänomen: den Übergang eines stabilen makroskopischen Ordnungsmusters zu einem anderen stabilen makroskopischen Ordnungsmuster. Das Ziel, wie bei den Wildgänsen zu beobachten, ist dabei immer, von einem alten Muster über eine Phase der Neuordnung in ein neues, leistungsfähigeres, stabiles Muster zu gelangen.

Dabei gilt es, sämtliche Ressourcen einzusetzen, um die Zeitspanne des Driftens, also die unsichere, verletzliche, instabile Phase zwischen den beiden Mustern, so kurz wie möglich zu halten. Eines steht dabei auf jeden Fall fest: Systeme brauchen die Neuordnung, um zu wachsen und sich zu entwickeln. Ebenso wie die Gänseformation den Führungswechsel braucht, um das entfernte Ziel in der Gemeinschaft mit möglichst wenigen Verlusten zu erreichen.

Voraussetzungen, um Stabilität auf einem höheren Niveau zu erreichen sind…

  • die Bereitschaft und der Mut jedes einzelnen Formationsmitgliedes, sich von einem auf mikroskopischer Ebene funktionierenden System weg und hin zu einem neuen System zu bewegen, das auf übergeordneter Ebene bessere Ergebnisse verspricht,
  • der Wille, loszulassen, um andere Blickwinkel und neue Perspektiven zu erlauben,
  • die den Prozess beherrschenden Unsicherheiten als normalen Zustand anzuerkennen und als notwendige Gegebenheit zur Transformation zu schätzen,
  • die Tatkraft jedes Einzelnen, um den Transformationsprozess mit allen zur Verfügung stehenden Ressourcen zu etwas Größerem zu unterstützen, auch wenn dies bedeutet, eigene Befindlichkeiten hintenanzustellen,
  • die Bereitschaft der Führungskräfte, einen vorübergehenden Leistungsabfall als Preis des Übergangs zu ungewissen Resultaten in Kauf zu nehmen.

Um es mit den Worten des französischen Schriftstellers und Nobelpreisträgers André Gide zu formulieren:

„Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren.“

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Bildquelle: ©Pixabayjandenouden

 

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